Ich bin traurig – Das kannst du tun!

“Ich bin traurig”

Diesen Satz scheinen wir nur vor unseren engsten Freunden sagen zu dürfen.

Dabei kennt jeder Mensch dieses Gefühl nur zu gut.

So auch ich.

Dieses drücken auf der Brust.

Dieses: “Ich will mich im Bett verkriechen und nie wieder rauskommen.”

Dazu noch die Lustlosigkeit

suchten mich in der Vergangenheit nur zu gern heim.

Leider ist es in unserer heutigen Gesellschaft nicht üblich, offen über dieses Thema zu reden. Viele Menschen laufen mit einem aufgesetzten Lächeln durch die Welt und zeigen auf Social Media, welch “glückliches Leben” sie führen.

Dabei gehört Traurigkeit genauso zum Leben, wie Glücklichsein.

Daher verrate ich dir in diesem Artikel 5 Dinge, die du tun kannst, wenn du dich traurig fühlst.

Ich bin traurig – Ist das schlimm?

Zu aller erst solltest du wissen, dass es überhaupt nicht schlimm ist traurig zu sein.

Trauer ist im Grunde genommen eine Emotion, die sich in diesem Moment ausdrückt. Und das ist vollkommen normal.

Osho sagte einmal: “Trauer bringt Tiefe. Freude bringt Höhe. Trauer bringt Wurzeln. Freude bringt Äste. Freude ist wie ein Baum der sich dem Himmel entgegenstreckt und Trauer ist wie die Wurzeln die in das Erdinnere hineinwachsen. Beides wird benötigt – je höher ein Baum wächst, desto tiefer verwurzelt er sich in der Erde. So wird die Balance aufrechterhalten.”

Dieses Zitat hat mich damals, als ich eine sehr traurige Phase durchlebte, wirklich inspiriert.

Damals wollte ich meine Trauer nicht akzeptieren und fand es echt blöd traurig zu sein.

Ich wollte das Gefühl wegschieben, mich ablenken und die Trauer, die tief in mir drin steckte, nicht wahrhaben.

Damit gelang es mir zwar die Traurigkeit kurzfristig zu überspielen.

Aber immer als ich abends im Bett lag oder kurz Zeit für mich hatte, kam das Gefühl zurück.

Es war da. Immer. Ich hatte nur kurz weggesehen.

MIttlerweile weiß ich, dass ich durch so eine Einstellung, die Traurigkeit nur noch verschlimmere.

Wenn ich heute traurig bin, dann akzeptiere ich, dass dieses Gefühl gerade da ist. Ich gebe ihm Raum und höre zu, was es zu sagen hat.

Denn jede Emotion, die in dir hochkommt, teilt dir etwas mit. Und wenn du nicht zuhörst, dann verleugnest du das, was tief in dir vorgeht.

Jeder Mensch ist mal traurig. Du bist nicht der Einzige, merk dir das!

Also wenn du das nächste mal sagst: “Ich bin traurig” kannst du dir im selben Atemzug sagen “und das ist okay”.

Ich bin traurig warum

Ich bin traurig – Warum?

Das wohl wichtigste herauszufinden ist der Grund für deine Traurigkeit. Frag dich also: “Warum bin ich traurig?”

Manchmal kommt es vor, dass du einfach deep bist, also eine tiefgründige Phase durchlebst.

Du fühlst dich zwar traurig, aber es hat keinen bestimmten Grund, sondern vielmehr, ganz viele Gründe auf einmal.

In so einem Fall kannst du dich zurückziehen, dir ein wenig Zeit für dich nehmen und dieses Gefühl einfach spüren.

Weinen ist auch erlaubt – Lass es so richtig raus.

Das Leben kann manchmal echt intensiv sein. So viele Dinge passieren uns im Laufe der Zeit und das muss verarbeitet werden.

Die ganzen Erfahrungen, Eindrücke, Fehlschläge, Probleme, Sorgen, Zweifel, Menschen und vieles mehr speichern sich über die Zeit in uns.

Deshalb gibt es Phasen, wo all das, was sich aufgestaut hat, einfach mal raus muss.

In so einem Fall ist es enorm schädlich, das Traurigsein wegzuschieben.

Es will gerade alles raus und von dir erlebt werden.

Erlaube dir daher traurig zu sein und fühle dieses Gefühl vollständig. Nachdem du alles rausgelassen hast, wirst du dich erleichtert fühlen.

Kehre dann wieder zu deinem normalen Alltag zurück.

Traurigsein aus einem bestimmten Grund

Allerdings kann es auch vorkommen, und das ist weitaus häufiger der Fall, dass du aus einem bestimmten Grund traurig bist.

Hier ist es wichtig, dass du den Grund als solchen erkennst, auch wenn du es nicht wahrhaben willst.

Ehrlich zu sich selbst zu sein, ist für den Prozess von unschätzbarem Wert.

Sag dir also “Ich bin traurig, weil….

Und es ist okay, dass ich deswegen traurig bin.

Ich bin ja schließlich ein Mensch und kein Roboter.”

Erst, wenn du dir über den Grund deiner Trauer bewusst bist, kannst du zum nächsten Schritt übergehen.

Ich bin traurig was tun

Ich bin traurig – die ultimative Technik

Nun komme ich zu einer Technik, die mir und meinen Klienten jedesmal unfassbar weiterhilft.

In meinem Leben, hatte ich ungemein viele Phasen in denen ich traurig war. Ich hatte über lange Zeit dieses drückende Gefühl in der Brust und wusste nicht weiter.

Am liebsten hätte ich alles hingeschmissen und mich für den Rest meines Lebens im Bett verkrochen.

Sogar Gedanken wie “Was macht mein Leben noch für einen Sinn, wenn ich nur traurig bin” suchten mich heim.

Wäre ich in diesem Moment gestorben, wäre es mir egal gewesen.

Allerdings, habe ich, aus welchem Grund auch immer, nie komplett aufgegeben.

Über die Jahre habe ich eine Gewohnheit entwickelt, mit der ich trotz der Trauer, den Draht zu mir selbst behalte.

Sogar die Traurigkeit nutze, um wieder zu mir selbst zurück zu finden und gestärkt zurück zu kommen.

Bereit für die ultimative Technik?

Ich nenne sie: Loslassen.

Sobald ich merke, dass sich dieses tiefe Gefühl der Traurigkeit in mir breit macht, nehme ich Abstand von meinem Alltag.

Das kann entweder ein Abend, ein Tag, oder auch eine Woche sein.

Je nach dem wieviel Zeit ich eben brauche

Und in dieser Zeit, setz ich einen Rahmen. Ich sage mir: “In dieser Zeit, darf ich so traurig sein, wie ich will.”

Ich darf weinen schreien, weinen, die Welt hassen, diese Person beschimpfen, mich im Bett verkriechen und alles andere tun, wonach ich mich fühle.

Ich lasse die Traurigkeit mit all seinen Facetten zu und lebe sie komplett aus.

Wenn diese Zeit vorüber ist, dann lasse ich alles hinter mir.

Dann widme ich mich wieder meinem Alltag und beschäftige mich nicht mehr mit dem Thema.

Es ist dann abgehackt.

Auch rede ich nicht mehr ständig darüber beziehungsweise wiederhole in Gedanken “Ich bin traurig, warum hat hat er/sie das gemacht, ich vermisse….”

Denn die Sache ist dann für mich gegessen.

Ich akzeptiere das Geschehene als Teil meines Lebens und bin in meinem Alltag wieder der beste der ich sein kann.

Das führt mich auch zu meinem nächsten Punkt.

Ich bin traurig was treibt mich an

Ich bin traurig – Was treibt mich an?

Damit du in deinem Alltag der beste bist, der du sein kannst, brauchst du etwas, dass dich antreibt.

Einen Grund, warum du jeden morgen aufstehst und auf’s neue alles gibst.

Für Eltern sind es ihre Kinder.

Sie können nicht den ganzen Tag traurig sein und keine Lust auf die Welt haben, weil sie wissen, dass ihr Kind sie braucht.

Es braucht Liebe, Aufmerksamkeit, und ein voll funktionsfähiges Elternteil.

Falls du keine Kinder hast, beziehungsweise diese bereits ausgezogen sind, kannst du dich fragen: Was ist der Grund, warum ich jeden morgen aufstehe?

Wenn du keine Antwort auf diese Frage hast, dann wird es schleunigst Zeit, das herauszufinden.

Der Grund, warum ich in meiner Vergangenheit dieses unhaufhörliche Gefühl des Traurigseins verspürte, war, weil ich wie eine Feder im Wind hin- und hergetrieben wurde.

Und der Grund, warum ich heute, nach einer Phase des bewussten Loslassens, wieder zurück komme ohne mich ständig mit “Ich bin traurig” zu beschäftigen, ist, weil ich einen Grund habe, hier zu sein.

Ich möchte gerne andere Menschen dabei unterstützen, ihr volles Potenzial zu leben.

Ich möchte meine Musik auf professionelle Weise der Welt darbieten.

Für meinen Vater die Rente aufbessern.

Und und und.

Daher beschäftige ich mich nicht ständig mit meiner Traurigkeit. Ich will einfach viel zu viel in diesem Leben erreichen, als das ich jetzt meinen Fokus aufs Traurigsein richten könnte.

Wenn du dich fragst, was dein Gefühl der Trauer mit deiner Leidenschaft im Leben zu tun hat, kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen: Ganz viel.

Denn wenn du keinen Grund hast, der dich morgens aus dem Bett aufspringen und sagen lässt: “Ran an den Speck”, dann wird automatisch diese Traurigkeit deine Aufmerksamkeit einnehmen.

Du wirst dich in Gedanken wieder damit beschäftigen und dasselbe denken, das dich gestern schon lustlos gemacht hat.

Menschen, die über eine längere Phase (mehrere Jahre) traurig sind, erzählen sich in den meisten Fällen die gleiche Story immer und immer wieder.

Sie erschaffen sich ihre Traurigkeit förmlich selbst.

Mach also “Ich bin traurig” nicht zu deiner Story, die du dir täglich aufs Neue erzählst.

Denn, wenn du deinem Unterbewusstsein oft genug sagst: “Ich bin ein trauriger Mensch”, dann wird es das irgendwann für die Wahrheit halten.

Finde stattdessen Gründe, warum es toll ist, heute hier zu sein.

Mir hat es ungemein geholfen, täglich ein Dankbarkeitsjornal zu führen und jeden Abend 10 Punkte aufzuzählen, warum ich dankbar bin.

Ich bin traurig einsam freunde

Ich bin traurig – Andere Menschen

Was ich dir außerdem ans Herz legen kann, ist, dein Thema mit anderen Menschen zu teilen, die ein offenes Ohr für dich haben.

Lass dich ruhig mal trösten und heul dich vor einer vertrauten Person so richtig aus.

Das kann sehr gut tun.

Und dir das Gefühl geben, nicht alleine damit zu sein.

Zudem kannst du mit vertrauten Personen was cooles unternehmen. Denn Bewegung, Kommunikation und frische Luft können blitzschnell deine Laune heben.

Natürlich nur, wenn du, wie in Punkt 1-3 beschrieben, deine Traurigkeit akzeptiert, verstanden und losgelassen hast.

Wenn nämlich das Freunde treffen nur als Ablenkung dient, um dich nicht mit deiner Traurigkeit auseinandersetzen zu müssen, kann es gegenteiliges bewirken.

Aber generell sind gute Freunde beziehungsweise Verwandte, die dich aus der Spirale von “Ich bin traurig” herausholen, sehr hilfreich.

Überhaupt zu wissen, dass da jemand ist, den ich jederzeit anrufen könnte, kann sehr stärkend sein.

Ich bin traurig – und habe es in der Hand

Nachdem ich dir 5 Punkte genannt habe, mit deren Hilfe du deine Traurigkeit überwinden kannst, gilt mir nur eines zu sagen:

Wenn du traurig bist, dann erlaube es dir. Du hast gute Gründe dafür.

Sei für eine Zeit lang ruhig so richtig traurig.

Verkriech dich in dein Bett, weine soviel du willst, sei grummelig und nimm dir Zeit für dich.

Aber ab einem bestimmten Punkt, solltest du dich aufraffen und sagen:

“Dass, was passiert ist war sch***e und hat mich echt mitgenommen,

aber das Leben geht weiter.”

Denn das Leben besteht nicht nur aus Tragödien.

Wenn du dir aber täglich sagst “Ich bin traurig”, dann nimmst du den Raum für die lustigen, aufregenden und spaßigen Seiten des Lebens.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.