Ängste überwinden – 6 Schritte zur Angstfreiheit

Ängste überwinden

Plötzlich stockt der Atem.

Der Pulsschlag beschleunigt sich

und das Herz fängt zu rasen an.

Am liebsten würde ich jetzt meinen Kopf in den Sand stecken wie ein Emu.

Und mich einfach aus dieser Situation herausbeamen.

Aber leider bin ich nicht in einem Zeichentrickfilm,

sondern in der Realität.

Hier muss ich mich der Angst stellen.

Und es gab schon verdammt viele Situationen, in denen ich so richtig schiss hatte.

In denen ich gezittert habe und am liebsten im Erdboden versunken wäre.

Aber mit der Zeit habe ich gelernt, richtig damit umzugehen und meine Ängste zu überwinden.

Es hat seine Zeit gebraucht, aber ich habe herausgefunden wie.

Nämlich mit den folgenden 6 Schritten, mit denen du deine Angst besiegen und hinter dir lassen kannst.

Und zwar für immer.

Bist du bereit? Legen wir los.

Dies ist mein Beitrag für die Blogparade zum Thema Selbstwertgefühl von Tim Hamer auf dubistgenug.de

Schritt 1 – Erkenne deine Angst

Im ersten Schritt geht es darum, deine Angst vollständig zu erkennen und zu fühlen.

Das klingt jetzt vielleicht banal, aber wenn du deine Ängste überwinden willst, dann kommst du hier nicht drum herum.

Und die Betonung hierbei liegt auf vollständig.

Wenn du nicht in der Lage bist, deine Angst vollständig zu fühlen, wahrzunehmen, anzuerkennen und zu akzeptieren,

wirst du niemals in der Lage sein, sie aufzulösen.

Viele Menschen, wollen ihre Ängste überwinden, können sich diese aber nicht eingestehen. Nicht einmal sich selbst.

So handeln sie reaktiv, ohne zu wissen, dass ihre Handlung eigentlich eine Angst-Vermeidungsstrategie ist.

Ich hatte viele Jahre eine soziale Angst. Wenn meine Freunde mich anriefen und mich zu einer Hausparty einluden, redete ich mir ein, ich hätte Besseres zu tun.

Aber dieses “Besseres zu tun” war in Wahrheit mein Weg mich meiner Angst nicht stellen zu müssen.

Ganz tief im Herzen wollte ich natürlich ein Teil der Party sein, eingestehen konnte ich mir das aber nicht.

Hier wären wir auch schon beim ersten wichtigen Schritt.

Gestehe dir das volle Ausmaß deiner Angst ein.

Mit allen Facetten und Ausprägungen. Denn sie ist ja schließlich da, oder etwa nicht?

Sage dir: “Ich habe Angst vor…und….und ganz schlimm wird es, wenn….”

Und sei 100%ig ehrlich mit dir. Du musst es keinem anderen verraten, aber dir selbst solltest du nichts vormachen.

Am besten schnappst du dir Stift und Zettel und schreibst deine Angst vollständig auf.

Jetzt! (Den Zettel wirst du später nochmal brauchen)

Fertig? Gut!

Da hast du deine Angst, schwarz auf weiß.

Der nächste Schritt, um deine Angst zu überwinden, ist, sie zu fühlen.

Wenn du die Übung nicht gemacht hast, kannst du dich fragen, wie wichtig es dir wirklich ist, deine Ängste überwinden zu können.

Ängste überwinden Übung

Schritt 2 – Fühle deine Angst

Fühlen kannst du sie, indem du den Ausdruck der Angst in deinem Körper lokalisierst. Bei mir waren es zitternde Hände und das Klappern mit den Zähnen.

Jede Angst drückt sich in irgendeiner Form im Körper aus.

Manche Menschen werden starr vor Angst und andere ganz hippelig.

Wie drückt sich die Angst bei dir aus?

Schließe deine Augen und atme tief durch.

Versetze dich in dein “Horrorszenario” hinein und spüre, was es mit dir macht.

Renne vor dem Gefühl nicht weg, sondern verharre darin und lass es sich vollständig ausdrücken.

Mit allem, was es mit sich bringt.

Wenn du zittern willst, dann zittere, wenn du weinen willst, dann weine und wenn du starr wie ein Stein wirst, dann lass es zu.

Du bist nicht der, der von der Angst ergriffen wird, sondern der, der die Angst beobachtet und wahrnimmt.

Darauf aber nicht reagiert.

Unterdrücke das Gefühl nicht, wie du es normalerweise tun würdest.

Sage dir: “Ich habe Angst und das ist okay”

Jedesmal, wenn du in der Angstsituation bist, kannst du in diesen Zustand gehen.

Es erfordert Mut, ich weiß. Aber wenn du es schaffst, im Moment der Angst, die innere Ruhe zu behalten und dich nicht von der Angst einnehmen zu lassen, hast du gewonnen.

Tief durchatmen ist das effektivste Mittel.

Tief durchatmen, und das Wissen aus dem folgenden Schritt.

Übe diesen Zustand fleißig, indem du dich gedanklich in dein Angstszenario hineinversetzt. Auf diese Weise bereitest du dich für die reale Angstsituation vor.

Ängste überwinden Tipps

Schritt 3 – Hinterfrage

Nun, wo du deine Angst kennst und in deinem Körper lokalisiert hast, kannst du dir folgende Frage stellen:

“Ist meine Angst wirklich berechtigt?”

Denn in vielen Fällen sind Ängste einfach nur Gedankenkonstrukte, die wir wieder und wieder durchdenken.

Wir reden uns im Kopf ein, dass es total schlimm wäre, wenn eine bestimmte Situation eintreffen würde.

Und das mehrmals täglich.

Bis die Angst irgendwann unser ständiger Begleiter wird. Einfach, weil wir es gewohnt sind diesen Gedanken zu denken und ihn zu fürchten.

Hier mal eine Wahrheit: 99% aller Ängste existieren nur in Gedanken.

Nehmen wir mal die Angst vor Spinnen: Dieses mickrige Ding könnte dir niemals ein Haar krümmen. Außerdem hegt sie auch keinerlei Gedanken, dir etwas anzutun, sondern sie macht einfach ihr Ding.

Oder Flugangst: Flugzeug ist das sicherste Verkehrsmittel und die Wahrscheinlichkeit einer Flugzeugkatastrophe liegt bei 1 : 9.125.000. 1 Somit sollte man mehr Angst vor einer Autofahrt haben.

Bei sozialen Ängsten oder der Angst vor dem Scheitern spielt es sich ganz ähnlich ab.

Die anderen Personen werden dir schon nicht den Kopf abreißen. Und in dem Sozialstaat Deutschland wirst du schon nicht auf der Straße leben müssen.

Daher ganz tief durchatmen.

Es ist alles halb so schlimm! Die Medien vermitteln uns oftmals das Bild, dass die Welt ein gefährlicher Ort sei. Und du müsstest ständig auf der Hut sein!

Aber, wenn sich solche Nachrichten nicht besser verkaufen würden, dann hätten die Medien auch kein Interesse daran, davon zu berichten.

Krieg, Leid, Drama und Tragödien sorgen nunmal für Aufmerksamkeit.

Selbstverständlich wird nicht gesagt: Heute herrscht in 190 Ländern Frieden.

Oder: Am gestrigen Tag haben 380.000 Kinder das Licht der Welt erblickt.

Obwohl das ebenfalls wahr ist. Für jede schlechte Nachricht gibt es eine mindestens eine genauso gute.

Indem du täglich diese Informationen deinem Bewusstsein zuführst, richtest du deinen Fokus darauf.

Und dort wo dein Fokus ist bewegt sich deine Energie hin.

Ergo: Wenn du dir täglich Sorgen, dir Angst und Missvertrauen zuführst, wirst du einer Welt voller Angst leben.

Deine Ängste überwinden zu können, hängt zum großen Teil davon ab, welche Botschaften du dir täglich gibst.

Klar hast du soziale Ängste, wenn du dir unterbewusst täglich sagst, „Ich bin nicht gut genug“.

Genauso hast du Angst vorm Scheitern, wenn du jeden Tag das Szenario vor deinem inneren Auge durchspielst.

Diese innere Unruhe musst du in dir nicht erschaffen!

Angst besiegen Übung

Ängste überwinden – Übung

Nimm dir vor, von heute an so mit dir zu reden, als wärst du von deiner Angst befreit.

Bestimmt kennst du jemanden, der deine Angst in seinem Leben nicht hat.

Stell dir vor, du wärst diese Person.

Wie würde sie diesbezüglich mit sich reden?

Und mit genau diesen Gedanken fütterst du dich von heute an.

Schreibe dir eine Liste an Sätzen, die du dir täglich sagen kannst. Sätze, die deine Angstfreiheit betonen.

Wenn du dir dabei komisch vorkommst, dann lass mich dir folgendes sagen:

Dein Unterbewusstsein übernimmt jeden Gedanken, der ihm regelmäßig zugeführt wird.

Was sich anfangs noch erzwungen anfühlt, wird irgendwann zu deiner Identität. Es muss nur oft genug wiederholt werden.

Genauso hat es sich auch mit deinen Ängsten abgespielt.

Ängste, die nie eintreffen werden, geben dir das Gefühl, dass sie bereits passiert sind.

Woher kommen sie überhaupt und warum fühlen sie sich so real an?

Sie kommen daher, dass du dir irgendwann einmal angefangen hast, eine Geschichte zu erzählen. So oft, bis sie für dich zur Wahrheit wurde.

Und diese Geschichte gilt es neu zu erzählen.

Schreibe also 3 Sätze auf, mit denen du deiner Angst entgegenwirken willst und lies sie dir jeden Tag vor.

Am besten ein ganzes Jahr lang.

Fühle auch, wie sich der Gedanke im Gegensatz zu deinem Angstgedanken anfühlt. Um diese Übung zu intensivieren, kommt jetzt der nächste Schritt.

Ängste überwinden Ich habe Angst

Schritt 4 – Ängste überwinden: Visualisieren

Jetzt gebe ich dir eine Übung, die mir auf meinem Weg aus der Angst enorm weitergeholfen hat.

Es ist eine Visualisierung, bei der du dich fragst:

“Wer wäre ich ohne meine Angst?”

und dir ausmalst, auf welche Weise du dann dein Leben leben würdest.

Deiner Fantasie sind keinerlei Grenzen gesetzt.

Ich stellte mir damals vor, dass ich auf Parties einer der coolsten war.

Ich konnte gut reden, erzählte spannende Geschichten und war im Mittelpunkt des Geschehens.

Jeder wollte etwas mit mir zu tun haben und die Mädels standen auf mich.

Das Gefühl, was sich bei diesem Gedanken in meinem Bauch ausbreitete war einfach nur toll.

Die Vorstellung war so schön, dass ich unbedingt dieser mutige Typ sein wollte.

Natürlich war ich nicht von heute auf morgen der selbstbewusste Geschichtenerzähler, aber ich hatte eine Sache gewonnen:

Den Glauben, meine Angst überwinden zu können.

Und genau das, kannst du für dich in diesem Moment erschaffen.

“Wer wärst du, ohne deine Angst?”

Jemand, der von nun an entspannt reisen kann?

Jemand, der sich traut, den entscheidenden Schritt in seinem Leben zu gehen?

Was auch immer es ist, male es in Gedanken aus.

Am besten jeden Tag aufs Neue.

Ängste überwinden Anleitung

Schritt 5 – Ängste überwinden erfordert Mut

Wenn du deine Ängste überwinden willst, dann hör jetzt gut zu.

Deine Ängste überwindest du nicht nur, wenn du dir einredest angstfrei zu sein. Sondern, indem du dir das beweist, mit Taten.

Denn jemand der keine Angst vor …(deine Angst) hat, der würde es einfach tun bzw. dabei einfach locker bleiben.

Und wenn du zu so jemandem werden willst, dann darfst du das üben.

Indem du dich deiner Angst stellst.

Nicht, indem du wegläufst, wie du es bisher immer getan hast.

Sondern, indem du einen Schritt hineinwagst und deine Angst ganz bewusst fühlst.

Als Leitsatz gilt: “Ich fühle die Angst, aber mache es trotzdem.”

Sobald du das umsetzt, hast du den entscheidenden Schritt gemacht, deine Angst zu überwinden.

Du hast das getan, was sich 90% der Menschen nicht trauen.

Ja, das erfordert Mut.

Aber was du dadurch gewinnst, ist Freiheit.

Nämlich die Freiheit, das tun, was du im Herzen willst. Derjenige zu sein, der sein Potenzial lebt, der gelassen bleibt, und derjenige, der für andere ein Vorbild ist.

Je öfter du dich entscheidest deiner Angst entgegenzutreten, desto einfacher wird es beim nächsten Mal.

Irgendwann, nach zig-Malen des Überwindens, wirst du feststellen, dass du plötzlich die Person bist, die du im vorherigen Schritt visualisiert hast.

Die Person, von der du niemals für möglich gehalten hast, dass du sie werden kannst.

Und das ist ein verdammt geiles Gefühl.

Aber ja, dieses Gefühl hat seinen Preis.

Ich habe heute immer noch ab und zu ein komisches Gefühl, wenn ich in großen Gruppen bin.

Aber ich habe mich dem Gefühl schon so oft gestellt.

Dass es mir heute leicht fällt der coole, extrovertierte Typ zu sein.

Alle Schritte, die ich dir zuvor genannt habe sind die Vorbereitung auf diesen Step, den ich in 2 Worten zusammenfassen könnte:

Mach es!

Änsgte überwinden Angst bekämpfen

Schritt 6 – Loslassen

Nun kommen wir zu dem Schritt, wo den Zettel wieder benötgst.

Sobald du dich das erste Mal deiner Angst gestellt hast,

packst du den Zettel wieder aus und verbrennst ihn.

Während du das tust, kannst du dir sagen: “Diese Person gehört von nun an der Geschichte an.”

Alternativ kannst du den Zettel auch zerreißen ;).

Versprich dir, dass du von nun an jemand sein wirst, der sich von dieser Angst nicht einschränken lässt.

Und handle danach.

Da du das vermutlich während des Lesens noch nicht gemacht hast:

Los jetzt!

Denk immer dran: Tief durchatmen, die Angst fühlen und es trotzdem machen.

Was soll schon passieren?

Nanu, du bist ja immernoch da.

Okay, dann gebe ich dir noch eine letzte Übung.

Und zwar kannst du dir vorstellen, was im schlimmsten Fall passieren wird.

Denn in den meisten Fällen, ist das eigentlich gar nicht so schlimm, wie wir uns das immer ausmalen.

Die anderen Menschen, werden dich schon nicht auffressen, die Spinne auch nicht.

Selbst wenn du deinen Job verlierst, wirst du nicht auf der Straße landen.

Und so weiter.

Aber indem du dir täglich dieses Szenario in deinem Kopf erschaffst, tust du ja so als wäre es bereits eingetreten.

Die Angst ist da, bevor es eigentlich wirklich Grund gibt Angst zu haben.

Sobald es den Grund gibt, wirst du schon eine Lösung dafür finden.

Vertraue darauf.

1. Quelle: https://flugangstlos.de/wahrscheinlichkeit-flugzeugabsturz-sie-werden-staunen/

Weitere gute Bolgartikel zu diesem Thema findest du hier:

Ich bin traurig – Das kannst du tun!

Ich bin traurig

“Ich bin traurig”

Diesen Satz scheinen wir nur vor unseren engsten Freunden sagen zu dürfen.

Dabei kennt jeder Mensch dieses Gefühl nur zu gut.

So auch ich.

Dieses drücken auf der Brust.

Dieses: “Ich will mich im Bett verkriechen und nie wieder rauskommen.”

Dazu noch die Lustlosigkeit

suchten mich in der Vergangenheit nur zu gern heim.

Leider ist es in unserer heutigen Gesellschaft nicht üblich, offen über dieses Thema zu reden. Viele Menschen laufen mit einem aufgesetzten Lächeln durch die Welt und zeigen auf Social Media, welch “glückliches Leben” sie führen.

Dabei gehört Traurigkeit genauso zum Leben, wie Glücklichsein.

Daher verrate ich dir in diesem Artikel 5 Dinge, die du tun kannst, wenn du dich traurig fühlst.

Ich bin traurig – Ist das schlimm?

Zu aller erst solltest du wissen, dass es überhaupt nicht schlimm ist traurig zu sein.

Trauer ist im Grunde genommen eine Emotion, die sich in diesem Moment ausdrückt. Und das ist vollkommen normal.

Osho sagte einmal: “Trauer bringt Tiefe. Freude bringt Höhe. Trauer bringt Wurzeln. Freude bringt Äste. Freude ist wie ein Baum der sich dem Himmel entgegenstreckt und Trauer ist wie die Wurzeln die in das Erdinnere hineinwachsen. Beides wird benötigt – je höher ein Baum wächst, desto tiefer verwurzelt er sich in der Erde. So wird die Balance aufrechterhalten.”

Dieses Zitat hat mich damals, als ich eine sehr traurige Phase durchlebte, wirklich inspiriert.

Damals wollte ich meine Trauer nicht akzeptieren und fand es echt blöd traurig zu sein.

Ich wollte das Gefühl wegschieben, mich ablenken und die Trauer, die tief in mir drin steckte, nicht wahrhaben.

Damit gelang es mir zwar die Traurigkeit kurzfristig zu überspielen.

Aber immer als ich abends im Bett lag oder kurz Zeit für mich hatte, kam das Gefühl zurück.

Es war da. Immer. Ich hatte nur kurz weggesehen.

MIttlerweile weiß ich, dass ich durch so eine Einstellung, die Traurigkeit nur noch verschlimmere.

Wenn ich heute traurig bin, dann akzeptiere ich, dass dieses Gefühl gerade da ist. Ich gebe ihm Raum und höre zu, was es zu sagen hat.

Denn jede Emotion, die in dir hochkommt, teilt dir etwas mit. Und wenn du nicht zuhörst, dann verleugnest du das, was tief in dir vorgeht.

Jeder Mensch ist mal traurig. Du bist nicht der Einzige, merk dir das!

Also wenn du das nächste mal sagst: “Ich bin traurig” kannst du dir im selben Atemzug sagen “und das ist okay”.

Ich bin traurig warum

Ich bin traurig – Warum?

Das wohl wichtigste herauszufinden ist der Grund für deine Traurigkeit. Frag dich also: “Warum bin ich traurig?”

Manchmal kommt es vor, dass du einfach deep bist, also eine tiefgründige Phase durchlebst.

Du fühlst dich zwar traurig, aber es hat keinen bestimmten Grund, sondern vielmehr, ganz viele Gründe auf einmal.

In so einem Fall kannst du dich zurückziehen, dir ein wenig Zeit für dich nehmen und dieses Gefühl einfach spüren.

Weinen ist auch erlaubt – Lass es so richtig raus.

Das Leben kann manchmal echt intensiv sein. So viele Dinge passieren uns im Laufe der Zeit und das muss verarbeitet werden.

Die ganzen Erfahrungen, Eindrücke, Fehlschläge, Probleme, Sorgen, Zweifel, Menschen und vieles mehr speichern sich über die Zeit in uns.

Deshalb gibt es Phasen, wo all das, was sich aufgestaut hat, einfach mal raus muss.

In so einem Fall ist es enorm schädlich, das Traurigsein wegzuschieben.

Es will gerade alles raus und von dir erlebt werden.

Erlaube dir daher traurig zu sein und fühle dieses Gefühl vollständig. Nachdem du alles rausgelassen hast, wirst du dich erleichtert fühlen.

Kehre dann wieder zu deinem normalen Alltag zurück.

Traurigsein aus einem bestimmten Grund

Allerdings kann es auch vorkommen, und das ist weitaus häufiger der Fall, dass du aus einem bestimmten Grund traurig bist.

Hier ist es wichtig, dass du den Grund als solchen erkennst, auch wenn du es nicht wahrhaben willst.

Ehrlich zu sich selbst zu sein, ist für den Prozess von unschätzbarem Wert.

Sag dir also “Ich bin traurig, weil….

Und es ist okay, dass ich deswegen traurig bin.

Ich bin ja schließlich ein Mensch und kein Roboter.”

Erst, wenn du dir über den Grund deiner Trauer bewusst bist, kannst du zum nächsten Schritt übergehen.

Ich bin traurig was tun

Ich bin traurig – die ultimative Technik

Nun komme ich zu einer Technik, die mir und meinen Klienten jedesmal unfassbar weiterhilft.

In meinem Leben, hatte ich ungemein viele Phasen in denen ich traurig war. Ich hatte über lange Zeit dieses drückende Gefühl in der Brust und wusste nicht weiter.

Am liebsten hätte ich alles hingeschmissen und mich für den Rest meines Lebens im Bett verkrochen.

Sogar Gedanken wie “Was macht mein Leben noch für einen Sinn, wenn ich nur traurig bin” suchten mich heim.

Wäre ich in diesem Moment gestorben, wäre es mir egal gewesen.

Allerdings, habe ich, aus welchem Grund auch immer, nie komplett aufgegeben.

Über die Jahre habe ich eine Gewohnheit entwickelt, mit der ich trotz der Trauer, den Draht zu mir selbst behalte.

Sogar die Traurigkeit nutze, um wieder zu mir selbst zurück zu finden und gestärkt zurück zu kommen.

Bereit für die ultimative Technik?

Ich nenne sie: Loslassen.

Sobald ich merke, dass sich dieses tiefe Gefühl der Traurigkeit in mir breit macht, nehme ich Abstand von meinem Alltag.

Das kann entweder ein Abend, ein Tag, oder auch eine Woche sein.

Je nach dem wieviel Zeit ich eben brauche

Und in dieser Zeit, setz ich einen Rahmen. Ich sage mir: “In dieser Zeit, darf ich so traurig sein, wie ich will.”

Ich darf weinen schreien, weinen, die Welt hassen, diese Person beschimpfen, mich im Bett verkriechen und alles andere tun, wonach ich mich fühle.

Ich lasse die Traurigkeit mit all seinen Facetten zu und lebe sie komplett aus.

Wenn diese Zeit vorüber ist, dann lasse ich alles hinter mir.

Dann widme ich mich wieder meinem Alltag und beschäftige mich nicht mehr mit dem Thema.

Es ist dann abgehackt.

Auch rede ich nicht mehr ständig darüber beziehungsweise wiederhole in Gedanken “Ich bin traurig, warum hat hat er/sie das gemacht, ich vermisse….”

Denn die Sache ist dann für mich gegessen.

Ich akzeptiere das Geschehene als Teil meines Lebens und bin in meinem Alltag wieder der beste der ich sein kann.

Das führt mich auch zu meinem nächsten Punkt.

Ich bin traurig was treibt mich an

Ich bin traurig – Was treibt mich an?

Damit du in deinem Alltag der beste bist, der du sein kannst, brauchst du etwas, dass dich antreibt.

Einen Grund, warum du jeden morgen aufstehst und auf’s neue alles gibst.

Für Eltern sind es ihre Kinder.

Sie können nicht den ganzen Tag traurig sein und keine Lust auf die Welt haben, weil sie wissen, dass ihr Kind sie braucht.

Es braucht Liebe, Aufmerksamkeit, und ein voll funktionsfähiges Elternteil.

Falls du keine Kinder hast, beziehungsweise diese bereits ausgezogen sind, kannst du dich fragen: Was ist der Grund, warum ich jeden morgen aufstehe?

Wenn du keine Antwort auf diese Frage hast, dann wird es schleunigst Zeit, das herauszufinden.

Der Grund, warum ich in meiner Vergangenheit dieses unhaufhörliche Gefühl des Traurigseins verspürte, war, weil ich wie eine Feder im Wind hin- und hergetrieben wurde.

Und der Grund, warum ich heute, nach einer Phase des bewussten Loslassens, wieder zurück komme ohne mich ständig mit “Ich bin traurig” zu beschäftigen, ist, weil ich einen Grund habe, hier zu sein.

Ich möchte gerne andere Menschen dabei unterstützen, ihr volles Potenzial zu leben.

Ich möchte meine Musik auf professionelle Weise der Welt darbieten.

Für meinen Vater die Rente aufbessern.

Und und und.

Daher beschäftige ich mich nicht ständig mit meiner Traurigkeit. Ich will einfach viel zu viel in diesem Leben erreichen, als das ich jetzt meinen Fokus aufs Traurigsein richten könnte.

Wenn du dich fragst, was dein Gefühl der Trauer mit deiner Leidenschaft im Leben zu tun hat, kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen: Ganz viel.

Denn wenn du keinen Grund hast, der dich morgens aus dem Bett aufspringen und sagen lässt: “Ran an den Speck”, dann wird automatisch diese Traurigkeit deine Aufmerksamkeit einnehmen.

Du wirst dich in Gedanken wieder damit beschäftigen und dasselbe denken, das dich gestern schon lustlos gemacht hat.

Menschen, die über eine längere Phase (mehrere Jahre) traurig sind, erzählen sich in den meisten Fällen die gleiche Story immer und immer wieder.

Sie erschaffen sich ihre Traurigkeit förmlich selbst.

Mach also “Ich bin traurig” nicht zu deiner Story, die du dir täglich aufs Neue erzählst.

Denn, wenn du deinem Unterbewusstsein oft genug sagst: “Ich bin ein trauriger Mensch”, dann wird es das irgendwann für die Wahrheit halten.

Finde stattdessen Gründe, warum es toll ist, heute hier zu sein.

Mir hat es ungemein geholfen, täglich ein Dankbarkeitsjornal zu führen und jeden Abend 10 Punkte aufzuzählen, warum ich dankbar bin.

Ich bin traurig einsam freunde

Ich bin traurig – Andere Menschen

Was ich dir außerdem ans Herz legen kann, ist, dein Thema mit anderen Menschen zu teilen, die ein offenes Ohr für dich haben.

Lass dich ruhig mal trösten und heul dich vor einer vertrauten Person so richtig aus.

Das kann sehr gut tun.

Und dir das Gefühl geben, nicht alleine damit zu sein.

Zudem kannst du mit vertrauten Personen was cooles unternehmen. Denn Bewegung, Kommunikation und frische Luft können blitzschnell deine Laune heben.

Natürlich nur, wenn du, wie in Punkt 1-3 beschrieben, deine Traurigkeit akzeptiert, verstanden und losgelassen hast.

Wenn nämlich das Freunde treffen nur als Ablenkung dient, um dich nicht mit deiner Traurigkeit auseinandersetzen zu müssen, kann es gegenteiliges bewirken.

Aber generell sind gute Freunde beziehungsweise Verwandte, die dich aus der Spirale von “Ich bin traurig” herausholen, sehr hilfreich.

Überhaupt zu wissen, dass da jemand ist, den ich jederzeit anrufen könnte, kann sehr stärkend sein.

Ich bin traurig – und habe es in der Hand

Nachdem ich dir 5 Punkte genannt habe, mit deren Hilfe du deine Traurigkeit überwinden kannst, gilt mir nur eines zu sagen:

Wenn du traurig bist, dann erlaube es dir. Du hast gute Gründe dafür.

Sei für eine Zeit lang ruhig so richtig traurig.

Verkriech dich in dein Bett, weine soviel du willst, sei grummelig und nimm dir Zeit für dich.

Aber ab einem bestimmten Punkt, solltest du dich aufraffen und sagen:

“Dass, was passiert ist war sch***e und hat mich echt mitgenommen,

aber das Leben geht weiter.”

Denn das Leben besteht nicht nur aus Tragödien.

Wenn du dir aber täglich sagst “Ich bin traurig”, dann nimmst du den Raum für die lustigen, aufregenden und spaßigen Seiten des Lebens.